Jahres­ausstellung

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Die außergewöhnlichste Reise meines Lebens

Meine Zehen sind eiskalt. Meine Schuhe triefend nass. Ich gehe schnell von der Bushaltestelle den schmalen Weg zwischen Friedhof und Wohnanlage entlang. Ich bin mir nicht sicher, ob es die Kälte oder meine Gedanken sind, die mir einen kalten Schauer über den Rücken herunterlaufen lassen. Vielleicht von beidem etwas. Ich habe das Gefühl, als hätte ich meine Aufgabe erledigt. Ich sperre die Tür auf und ein orangefarbiger Kater kommt mir freudig entgegen gesprungen. Endlich. Meine Reise ist zu Ende. Ich bin müde und geschafft. Ein Ziel hatte ich nicht. Fort war ich auch nicht. Zurückgekommen bin ich aber. Nach 181 Tagen war unsere gemeinsame Reise zu Ende. Ich mach da weiter wo ich aufgehört hatte. Meine Freundin ist tot. Sie starb an Krebs. Und da soll einer sagen, das Leben sei nicht ungerecht. Dies ist mein persönlichster Reisebericht über meine aussergewöhnlichste Reise.
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